Falschbeschuldigung
Falsche Unterstellungen beziehen sich auf Situationen, in denen eine Person einer anderen ungerechtfertigte Vorwürfe oder Anschuldigungen macht, die nicht auf Tatsachen beruhen. Sie können in verschiedenen Beziehungen und Kontexten auftreten, beispielsweise in Partnerschaften, am Arbeitsplatz, der Familie oder im Freundeskreis. Sie können für die betroffene Person erhebliche psychische Belastungen darstellen. Werden in der Folge auch noch Behörden einbezogen, muss man unter Umständen selbst Strafantrag wegen falscher Beschuldigung einreichen.
Lügen haben lange Beine
Falsche Anschuldigungen scheinen zunächst oft harmlos, können aber schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, angemessen und schnell darauf zu reagieren.
Rechtliche Sicht
In der Schweiz ist eine falsche Anschuldigung eine Straftat, die zu den Rechtspflegedelikten zählt und im Schweizerischen Strafgesetzbuch (StGB) geregelt ist. Wer wider besseren Wissens bei einer Behörde eine Person einer Straftat beschuldigt, um eine Strafverfolgung gegen diese Person einzuleiten, macht sich der falschen Anschuldigung schuldig. Dies ist strafbar, selbst wenn die Behörde aufgrund der Anschuldigung kein Strafverfahren einleitet.
Unser Angebot
Statistisch gesehen kann in etwa 90 % aller Fälle sehr gut unterschieden werden, ob es sich um einen tatsächlichen Übergriff, Machtmissbrauch oder eine Straftat handelt – oder ob eine Falschbeschuldigung vorliegt. Die übrigen zehn Prozent bleiben unerkannt, sodass die Betroffenen weiterhin zu Unrecht beschuldigt werden. Für diese Personen sind wir da und bieten Unterstützung.
Trotz allem: es gibt Täter und Täterinnen
Unser Standpunkt ist klar: Die hohe Medienpräsenz prominenter Fälle möglicher Falschbeschuldigungen, insbesondere bei sexueller Gewalt, darf nicht dazu führen, dass die tatsächliche Häufigkeit solcher Falschbeschuldigungen überschätzt wird. Vielmehr sollte der Fokus darauf gerichtet werden, was getan werden kann, um die Anzeige- und Verurteilungsquote von Sexualstraftätern und anderen Täterinnen und Tätern weiter zu erhöhen.
Unsere Unterstützung und Hilfe ist nur dann gegeben, wenn tatsächlich zu Unrecht beschuldigt wird.
Hier weiterführendes zum Thema Falschbeschuldigungen bei sexueller Gewalt